Whitepaper "Ladepreis als strategischer Hebel": Wie dynamische Tarife die Auslastung von Ladesäulen steigern können
- Ladepreis ist wichtigstes Entscheidungskriterium für Nutzer:innen – noch vor Ladeleistung und Komfort
- Bis zu +105 % mehr Ladevorgänge durch gezielte Preisaktionen
- Dynamisches Pricing entwickelt sich zur zentralen Steuerungsgröße im Lademarkt
Der Wettbewerb im öffentlichen Lademarkt verschiebt sich: Statt weiterem Ausbau rückt zunehmend die wirtschaftliche Optimierung bestehender Infrastruktur in den Fokus. Eine aktuelle Analyse von elvah in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsunternehmen USCALE zeigt, dass der Ladepreis dabei der mit Abstand wirkungsvollste Hebel ist.
Im Whitepaper „Ladepreis als strategischer Hebel“ wird deutlich: Wer Preise gezielt einsetzt, kann die Auslastung von Ladesäulen signifikant steigern – in Einzelfällen sogar mehr als verdoppeln.
Preis entscheidet vor Leistung und Komfort
Die Ergebnisse der USCALE Public Charging Study 2025 zeigen klar: Mit einem Gewicht von 30 Prozent ist der Ladepreis das wichtigste Kriterium bei der Wahl eines Ladepunkts. Faktoren wie Ladeleistung (17 Prozent) oder Zusatzangebote wie Toiletten (14 Prozent) spielen eine deutlich geringere Rolle.
Besonders entlang von Autobahnen dominiert der Preis die Entscheidung. In urbanen Räumen bleibt die Verfügbarkeit zwar ein zentraler Faktor – doch auch hier gewinnt die Preissensibilität zunehmend an Bedeutung.
Ein Grund dafür ist der Wandel der Nutzergruppen: Während frühe E-Mobilitäts-Pioniere weniger preissensibel waren, treten nun breitere Zielgruppen in den Markt ein, die stärker auf Kosten achten und Preisunterschiede aktiv vergleichen.
Drei Preisstrategien, drei klare Effekte
Welchen Einfluss Preisaktionen in der Praxis haben können, hat elvah anhand realer Kampagnen aus dem Jahr 2025 analysiert:
Vattenfall Kampagne: Frequenz steigern durch niedrige Einstiegshürden
Eine zeitlich begrenzte Preissenkung im Einzelhandelsumfeld führte zu einem Anstieg der Ladevorgänge um 42 Prozent. Besonders schwach ausgelastete Standorte konnten deutlich aktiviert werden – teilweise mit einem Vielfachen der bisherigen Nutzung. Der Ad-hoc Rabatt aktivierte vermutlich neue Nutzergruppen und belebte vor allem zuvor schwächere Standorte.
TEAG Mobil: Kundenbindung durch App-basierte Angebote
Eine moderate Preissenkung über die eigene App steigerte bei der TEAG Ladevorgänge um rund 40 Prozent. Gleichzeitig zeigte sich ein nachhaltiger Effekt: Auch nach Ende der Kampagne blieb die Nutzung erhöht, da Kund:innen langfristig gebunden wurden. Der exklusive Tarif konnte offenbar die Kundenbindung auch über die Kampagne hinaus stärken.
Audi: Marktdynamik durch aggressive Preissetzung
Eine radikale Preissenkung im Premiumsegment zum Go-Live eines neuen Flagship Audi Charging Hubs führte teils zu einer Verdopplung der Nutzung (+105 Prozent). Dabei kam es zu deutlichen Marktverschiebungen: Einzelne Standorte konnten innerhalb kürzester Zeit signifikante Marktanteile gewinnen und der neue Standort schnell etabliert werden.
Vom Tarif zur Strategie
Die Ergebnisse machen deutlich: Der Ladepreis ist längst mehr als eine rechnerische Größe – er wird zum strategischen Steuerungsinstrument im Wettbewerb.
Für Charge Point Operators (CPOs) bedeutet diese Entwicklung einen Paradigmenwechsel. In einem Markt, in dem Infrastruktur zunehmend vorhanden ist, entscheidet nicht mehr allein der Standort oder die Hardware – sondern die intelligente Steuerung von Nachfrage.
Wer Auslastung und Wirtschaftlichkeit steigern will, muss Preise flexibel, standortspezifisch und datenbasiert einsetzen.
Der Lademarkt entwickelt sich damit von statischen Preismodellen hin zu einem dynamischen Pricing-Ansatz. Oder anders gesagt: Der Wettbewerb wird zunehmend über die Kilowattstunde entschieden.
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